Oder wie Lanu es ausdrückt: Den Teufel über Weihwasser referieren lassen.
Der gute Don war nämlich in Leipzig Seminargast und durfte da den angehenden Journalisten verklickern, was er von ihrem Berufsstand und dem Mediengeschäft hält. Meine Güte, hätten sie sich mal vorher erkundigt und ein wenig auf Blogbar und diversen anderen Seite recherchiert.
Soweit so gut, die von den Studenten verfassten Zusammenfassungen und Blogeinträge lasen sich exakt so, wie ich den Ablauf des Seminars erwartet hätte. Dann machte allerdings jemand den Fehler erstens eine sehr unglückliche Überschrift zu wählen und zweitens, das Folgende zu zitieren: “Alle Journalisten sind zynische Dreckschweine”. Stimmt aber gar nicht sagte der Don, er hätte nur “Journalisten sind zynische Dreckschweine”.
Nicht nur Stefan Niggemeier fragt sich, wo denn da bitte der Unterschied sein soll.
Nach eingehender Drehung des Satzes komme ich zu dem Schluss, dass formal tatsächlich mit dem Wort “Alle” ein Unterschied existiert, denn damit meint man dann wirklich jeden einzelnen Journalisten dessen man habhaft werden kann. Ohne das “Alle” ist es eher eine allgemeine Aussage, die nicht für exakt einen Journalisten zutreffen muss. Allerdings scheint das gar nicht der Punkt zu sein, der ihn gestört hat, sondern, dass das Zitat so schlicht falsch wiedergegeben ist. Mit anderen Worten: Genau das, was man sich besser nicht erlauben sollte, wenn man Journalist werden möchte und auf Don Alphonso trifft.
Ist das alles jetzt so wichtig, daß man jetzt einen so großen Wind darum entfachen muss? Natürlich nicht, aber wer Don Alphonso kennt, der weiss, dass man ihn nicht da zu packen versuchen sollte, wo er wirklich Meister seines selbstgewählten Faches ist. Die Überschrift “Zynisches Dreckschwein, unfreundlich, inkompetent und faul” war, gelinde gesagt, unglücklich gewählt. Mit soetwas tut man sich bei der Auseinandersetzung mit der Figur Don Alphonso keinen großen Gefallen. Wenn man ihn dann per Mengenlehre in sein Zitat mit einbezieht – denn schliesslich sei ja auch er irgendwie ein Journalist – dann kann das nur nach Hinten losgehen. Gleich mit juristischen Schritten zu drohen, scheint allerdings auch unnötig.
Das Ende der Geschichte? Die Studentin gibt auf, nimmt den mehrmals korrigierten Artikel ganz aus dem Netz und kapituliert – Das ist allemal schade. Was allerdings dann in den Kommentaren folgt, ist für mich fast noch schwerer zu verstehen. Die Sätze der Kommilitonen lassen vermuten, dass es sehr gut ist, dass sie noch ein paar Semester haben, bevor sie wieder anfangen dort zu schreiben, wo es wirklich jeder lesen kann*. Tut mir leid, Studium hin, Wut auf Don Alphonso her, so geht das auch nicht.
Geht ihm doch einfach nicht an der Stelle auf den Leim, wo er schon viele Schlachten geschlagen hat und fast immer als Sieger hervorgegangen ist.
*Zur Ergänzung: Ich überlege mir auch hier sehr gut, was ich schreibe und vorallem wie ich etwas formuliere.
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